Umgebung
Rychnov nad Kněžnou
Die Stadt wird zum erstenmal 1258 erwähnt. Der König Wratislav II. erteilte am 6.3.1488 der Stadt ein Stadtwappen - eine Jungfrau auf einem Hirsch. Die Sage erzählt: Der Rychnover Herr Heřman schenkte seiner Tochter Ofélie zum Geburtstag den Hirsch Hubert. An dem Tag, wo eine Jagd im Wald Včelný veranstaltet wurde, entschied sich Ofélie Hubert zu reiten. Der Hirsch wurde aber im Wald durch Jubel und Waldhörner scheu und er rannte Hals über Kopf davon. Nicht weit davon arbeiteten Holzhacker und sahen den Hirsch mit der Herrentochter. Sofort warfen sie dem Hirsch einen Birkenstamm in den Weg, damit er nicht gegen die Felsen sprang. Sie retteten dadurch Ofélie und seit der Zeit hat Rychnov im Wappen eine Jungfrau auf einem Hirsch. Heute hat die Stadt fast 12 000 Einwohner.
HISTORISCHE UND KIRCHENSEHENSWÜRDIGKEITEN
DAS KOLOWRAT - SCHLOSS
Das von J. B. Santini entworfene Schloss wurde im Spätrenaissancestil in den Jahren 1676 - 1690 erbaut, später kam es zu einem barocken Umbau. In der Gemäldegalerie des Schlosses befinden sich Gemälde der Kolowrater Vorfahren aus dem 16. und 17. Jahrhundert, sowie eine Sammlung von ausgezeichneten Werken der tschechischen und europäischen Malerei, vorwiegend aus der Barockzeit. Die Bibliothek umfasst Handschriften aus dem 13. Jahrhundert und Erstdrucke aus den Jahren 1481 - 1500.
Besichtigungszeit: 60 min.
DIE DREIFALTIGKEITSKIRCHE
ließ 1594 - 1602 der damalige Besitzer der Rychnover Herrschaft Kryštof Betengel aus Neyenperk erbauen. Die Sage erzählt, dass Kryštof Betengel aus Neyenperk ein armer Mann war. Er lebte im Wald und schnitzte Löffel aus Holz, die er in Ortschaften verkaufte. Zu Reichtum half ihm ein kleines Wiesel, das sich an Krümmelchen von seinem Mittagessen satt aß. Aus einem Loch unter einem Busch brachte es ihm ein blankes Geldstück. Als Kryštof die Zweige auseinander bog, fand er in dem Loch einen großen Schatz, den jemand vor dem Feindesheer versteckte. Für den gefundenen Schatz kaufte er sich die Rychnover Herrschaft und an der Stelle, wo ihm das Wiesel den Schatz zeigte ließ er die Dreifaltigkeitskirche erbauen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche beträchtlich zerstört und erst im Jahre 1666 ließ sie František Karel Libštejnský von Kolowrat restaurieren. Unter seinem Sohn und Nachfolger Norbert Leopold erbaute der ausgezeichnete Architekt Jan Blažej Santini Aichl im Jahre 1713 die heutige Barockstirnfront mit der Loreto-Kapelle. Nach dem im Jahre 1843 beendeten Umbau wurde die Kirche wieder eingerichtet.
DER GLOCKENTURM
Ein Renaissanceglockenturm östlich von der Dreifaltigkeitskirche, die 1604 ausbrannte. 1602 wurde die drittgrößte Glocke in Böhmen namens Kryštof (5900 kg) eingehängt. Die Glocke wurde vom Glockengießer Jan Benešovský aus Moravská Třebová gegossen. An dem Glockenturm ist die Gedenktafel von Jiří Rychetský angebracht, der Orgelmeister und -komponist der Renaissancezeit war. er lebte in den Jahren 1540 - 1616.
DIE KIRCHE ST. HAVEL
Die Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert ist der älteste erhaltene Mauerbau in der Stadt. Laut der Sage fuhr im 14. Jahrhundert über Rychnov nad Kněžnou nach Kladsko der erste Prager Erzbischof Arnošt z Pardubic. Er schenkte dieser Kirche eine Statue von Jungfrau Maria, die er selbst schnitzte. Sie genoss unter den Rychnover Einwohnern große Ehre, es wurde ihr der Schutz der Stadt zugeschrieben. Im Jahre 1639 kamen in die Kirche St. Havel Lutheraner und wollte die Altare und Bilder zerstören. Bevor aber aus dem großen Altar die Statue der Jungfrau Maria genommen werden konnte, fiel sie von selbst. Wenn die Lutheraner nicht zur Seite gesprungen wären, hätte die Statue sie getötet. Aus Angst brachten sie alles in den vorherigen Zustand. Bekannter ist dann die Sage, wie die Jungfrau Maria Rychnov nad Kněžnou vor dem Angriff des schwedischen Heeres rettete. In der Nacht zogen zu der Stadt die Schweden und wollten plündern. Als sie aber die Trommelwirbel des Militärs hörten, das der Stadt zur Hilfe eilte, erschraken sie. Über der Stadt schwebte die auf einem Adler stehende Mutter Gottes, in der Hand trug sie ein Feuerschwert. Sie erschraken und ergriffen die Flucht. Dabei stürzten sie aber einen tiefen Anhang und kamen ums Leben. Dieses Abbild der Jungfrau Maria erhielt einen Ehrenplatz in vielen haushalten.
DAS RATHAUS
am Alten Markt war ursprünglich aus Holz, wie die meisten Häuser in der Stadt. 1652 brannte es nieder. In alten Zeiten befand sich in seinen Kellerräumen eine Folterkammer. Das heutige klassizistische einstöckige Gebäude wurde in den Jahren 1800 - 1804 von J. Najman erbaut.
DIE SPUREN DES JUDENTUMS
DIE SYNAGOGE
stammt aus dem 17. Jahrhundert, wurde durch einen Brand vernichtet. Sie wurde 1782 neu gebaut. Während der Okkupation wurde die Synagoge geplündert und ihre Innenausstattung wurde völlig zerstört. Sie erlebte eine Gesamtrekonstruktion erst 1995. Die Räume der Synagoge wurden für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und am 19. 5. 1995 wurden hier feierlich das Jüdische Museum der Region Podorlicko und die Karel Poláček-Gedenkstätte eröffnet.
DER JUDISCHE FRIEDHOF
mit der Ehrenhalle der Rychnover jüdischen Gemeinde wurde 1616 gegründet und über der Stadt mit einer Aussicht auf das Schloss angelegt. Die letzte Beerdigung fand hier 1938 statt. Wenn Sie den jüdischen Friedhof besichtigen möchten, kontaktieren Sie Herrn Fajt, Židovský hřbitov 949, Rychnov nad Kněžnou, Telefonnummer: 494 534 423
IN RYCHNOV NAD KNĚŽNOU GEBORENE BERÜHMTE PERSONLICHKEITEN
Aus Rychnov n. Kn. Stammt eine Reihe von berühmten Persönlichkeiten. Die Bildungsgrundlagen der ersten Professoren der tschechischen Sprache und Literatur an der Prager Universität, einer bedeutenden Persönlichkeit der tschechischen nationalen Wiedergeburt - František Martin Pelcl - leistete das Rychnover Piaristen-Gymnasium. Dieses Gymnasium besuchte auch der Übersetzer von Puschkins Oněgin und des dichterischen Werkes von Lord Byron, Universitätsprofessor Václav Alois Jung. Ein anderer bedeutender Schüler war der Historiker und Jurist Hugo Toman, der Begründer des Museums der Stadt Prag und auch der Zeremonienmeister des ersten Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik, PhDr. Jiří Stanislav Guth-Jarkovský. In den 50. Jahren der 19. Jahrhunderts schrieb ihr Kochbuch im Gebäude des alten Rathauses Magdalena Dobromila Rettigová zu Ende. Karel Poláček gehörte in Rychnov n. Kn. nicht gerade zu den besten Schülern und sein Roman über die Kreisstadt erwies ihm Anerkennung erst von den heutigen Rychnover Zeitgenossen. Rychnov n. Kn. ist auch der Geburtsort vom Universitätsprofessor Akademiker Zdeněk Kunc und des bedeutsamen Pianisten und Komponisten Rudolf Rokl. Das Rychnover Gymnasium nahm 1939 den Schüler Jiří ‚Šlitr auf, später einen bedeutsamen Musiker und Mitglied des Theaters Semafor. Aus der Gegenwart können wir Roman ‚Šebrle - Zehnkämfer, Remigius Machura - Kugelstoßer, Jiří Kynos - Sprinter, Irena Francová-Dohnálková - Bobsport nennen.
DAS MUSEUM UND DIE GALERIE
DAS MUSEUM UND DIE GALERIE DES ADLERGEBIRGES
ist im 2. Stock des Kolowrat-Schlosses untergebracht und außer der Dauerausstellung Maler des Adlergebirges und dem Statuenschaffen von Karel Hladík kann man sich ständig wechselnde Ausstellungen ansehen
MUSEUMSPIELZEUGE
Staré náměstí 68, ehemalig Rathaus
Untersuchung Museen in daneben Arbeitszeiten lassen ausreden an Telefon +420 603 193 122 oder +420 732 781 228
(pechacek@orlice.net www.muzeumhracek.wz.cz)
DIE ORNITHOLOGISCHE AUSSTELLUNG
Das Denkmal von Karel Plachetka
Jiráskova 2, das Areal der ehemaligen Kaserne
Die Ausstellung stellt eine geschlossene ornithologische Sammlung vor, die Vertreter von 255 Vogelarten umfasst. Es werden etwa 700 präparierte Exemplare ausgestellt. Die Sammlung ist das Ergebnis der Lebensarbeit von Karel Plachetka (1877 - 1961), der aus Bedřichovka im Adlergebirge gebürtig war.
DIE DAUERAUSSTELLUNG HLADIK-SAAL
Der hintere Schlosshof des Kolowrat-Schlosses in Rychnov n. Kn.
EIN SPAZIERGANG DURCH RYCHNOV NAD KNĚŽNOU
Wir befinden uns auf dem unterem Teil des Alten Marktes, wo der Scheideweg der blauen, grünen und roten Touristenmarkierung ist. Wir machen uns auf den Weg zum Rathaus, wo am Eingang die Gedenktafel von Magdalena Dobromila Rettigová auffällt und man im 1. Stock das Spielzeugmuseum besuchen kann. Vom Rathaus begeben wir uns in die Svatohavelská-Straße, die mit der Straße Palacká auf der anderen Seite den Markt imaginär halbiert. Auf der linken Seite in der Svatohavelská-Straße steht die St. Havel-Kirche und das Informationszentrum. Die svatohavelská-Straße schließt an die Kolowratská-Straße an, wo links das Schloss, hinter dem Schloss die Dreifaltigkeitskirche, Slavín und das Glockenturm sind. Rechst befinden sich der Poláček-Platz und der Schlosspark mit der Reitschule, wo alljährlich das Theaterfestival Poláčkovo léto stattfindet. Vom Poláček-Platz kehren wir durch die Panská-Straße zum Alten Markt zurück. In der Panská-Straße ist die vom Bildhauer M. Moravec geschaffene Statuengruppe der Kinderhelden des von Karel Poláček geschriebenen Buches „Wir waren fünf“ zu sehen. Noch bevor wir in die schon erwähnte Palackého-Straße weitergehen, bemerken wir an dem Eckgebäude der Bank die Gedenktafel von Karel Poláček. Hier hatte früher sein Vater ein Geschäft. In der Palackého-Straße links in der Fischerova-Straße kann man die Synagoge besuchen. Es lohnt sich bestimmt Zeit zu nehmen und vom Alten Markt durch die Panská-Straße in den Schlosspark spazieren zu gehen. Am Ende des Schlossparks in der Smatanova-Straße nach rechts gehen, gleich an der nächsten Kreuzung nach links und Winter die Masarykova-Straße hinauf, an deren Ende sich uns eine wunderschöne Aussicht auf das Adlergebirge bietet. Weiter können wir nach der grünen Touristenmarkierung in den Wald Včelný gehen. Nach der Grünen gelangen wir bis zur Sommerfrische Studánka (in der Gegenwart geschlossen). Von Studánka kommen wir nach der Gelben zum Ivan-See, Essen 82 Meter langer und 7 Meter hoher Damm auf dem Javornický-Bach 1907 vor einem katastrophalen Hochwasser erbaut wurde. Früher gab es her auch ein schönes Schwimmbad und einen Bootsverleih.




